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IMPFPFLICHT GEGEN MASERN SCHON BALD DENKBAR

Schon im Jahr 2011 hatte Deutschland mit einer schweren Masernwelle zu kämpfen. Damals gab es rund 1.600 Fälle von Erkrankungen an Masern. Nachdem die Zahl der Erkrankungen im darauffolgenden Jahr 2012 enorm zurückgegangen war, nämlich auf gerade einmal rund 160 Menschen, gab es im Jahr 2013 hingegen eine erneute Masernwelle.

Hier wurden weit über 1.700 Krankheitsfälle gezählt – die höchste Zahl seit sieben Jahren. Bisher galten die Masern in Europa als nahezu ausgerottet, jedoch erobert die hochansteckende Krankheit zurzeit immer mehr den gesamten europäischen Raum zurück. Schuld daran ist nicht zuletzt die Tatsache, dass es in den letzten Jahren immer mehr zu einer sogenannten Impfmüdigkeit gekommen ist. Denn immer weniger Menschen haben sich beziehungsweise ihre Kinder in der Vergangenheit gegen Masern impfen lassen.

Neue Rekordzahlen gemeldet

Zwar hatte die Bundesrepublik ursprünglich das Ziel, die Masern bis zum Jahr 2015 vollständig auszurotten – zumindest in Deutschland. Allerdings scheint dieses Vorhaben nicht ganz aufzugehen. Denn alleine im Januar 2015 konnten 254 neue Fälle von Masern verzeichnet werden. Neun von zehn Befragten gaben in einer Umfrage an, dass sie nicht geimpft seien. Angesichts der aktuellen Zahlen könnte eine neue Masernwelle auf Deutschland zukommen, die unter Umständen sogar in einer regelrechten Epidemie enden könnte. Die Gefahr, die von der vermeintlichen Kinderkrankheit ausgeht, wurde offenbar lange unterschätzt, doch die aktuellen Ereignisse lassen erkennen, was sich tatsächlich dahinter verbirgt. Immerhin ist sogar bereits ein Kleinkind an den Folgen der Masern-Erkrankung gestorben.

Nun sind also Experten gefragt, die Menschen aufzuklären und sie zu einer freiwilligen Impfung zu bewegen. Sollte dies jedoch nicht möglich sein und eine Massen-Epidemie absehbar sein, besteht die Möglichkeit, dass schon bald eine bundesweite Impfpflicht verhängt werden könnte. Immerhin gab es sogar bereits Fälle von Masern im Ausland, bei denen sich die Betroffenen in Deutschland angesteckt hatten.

Flüchtlinge benötigen bessere Gesundheitsversorgung

Auch bei den Flüchtlingen und Asylbewerbern, die immer wieder nach Deutschland kommen, muss nun gehandelt werden. Zwar gibt es hier eine gewisse Gesundheitsversorgung. Allerdings ist diese nur sehr eingeschränkt, weshalb unter Umständen sogar Krankheiten viel zu lange unerkannt bleiben und verschleppt werden könnten.

Quelle: http://www.stern.de/gesundheit/medizin/nach-masernwelle-impfpflicht-koennte-kommen-2176915.html